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Val delle Corti

Unser letzter Termin heute. Der Uhrzeiger steht auf 17 Uhr, um 20 Uhr spielt Deutschland gegen Weißnichtmehr, wir haben noch eine Kellereibesichtigung mit anschließender Verkostung nebst eineinhalbstündiger Rückfahrt zu unserem Haus. Die rasante Fahrweise Vitos bereits mitkalkuliert. Wir sind in Radda in Chianti, die höchstgelegene Gemarkung des Chianti Classico Gebietes.
Früher waren das mal die sprödesten Weine der Region, weil die Trauben nicht immer voll ausreiften und ehemals die Lese ohnehin vorzeitig erfolgte, da ist man heute viel gelassener und gönnt den Trauben etwas mehr Sonne. Das und die sogenannte Klimaerwärmung sorgen heute dafür, dass der Zuckergehalt in den Beeren höher ist, die großen Tages-/Nachttemperaturen-Unterschiede jedoch für eine lebhafte Säurestruktur in den Weinen sorgen. Dazu kommt noch die Mineralität des Bodens. Ergo, so sagen viele, kommen die elegantesten Chianti Classico heute aus dem Gemeindegebiet von Radda.
„Roberto spricht ein wenig Deutsch“ meint Vito noch beiläufig. Wie bitte, ein wenig? Roberto palavert in feinstem, elegantestem Germanisten-Deutsch, allenfalls ein ganz leichter rheinischer Tonfall verrät, dass der Winzer einige Zeit seines Lebens in Köln zubrachte. Der studierte Germanist kümmert sich heute jedoch weniger um die Feinheiten der Sprache, sondern übt sich in der Herstellung feinster Weine. „Das wird der Höhepunkt des Tages“ hatte uns Vito noch am frühen Morgen ermuntert. Recht hat er, unsere Begeisterung kennt keine Grenzen. Diese wurde allenfalls etwas getrübt durch die Aussage von Roberto Bianchi: „Ich bin immer ausverkauft“. Nachdem wir jedoch gute Überzeugungsarbeit geleistet haben, ist ein Kontingent für „Die Weinschmecker“ reserviert.
Ach ja, das Speil haben wir zur Hälfte verpasst. An das Ergebnis erinnern wir uns nicht mehr. Aber Roberto Bianchis Weine werden immer unvergesslich bleiben.