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Monte Tondo

Wenn man auf dem Hof des Weingute Monte Tondo vorfährt, fällt der Blick unweigerlich sofort auf ein elegantes, altes Mercedes Coupè mit einem alten Kennzeichen PA für Palermo, ein wahres Schlachtschiff, wohl aus den 1960 Jahren. Winzerin Marta Magnabosco wird wohl öfters nach dessen Geschichte gefragt, ohne dazu aufgefordert zu werden, erzählt sie uns: Das Auto gehörte einem großen sizilianischen Weinhändler, der konnte irgendwann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen, so hat er das Auto hier als Pfand gelassen. Wir haben ihn nie wieder gesehen.“
Fast genauso mächtig wie das Auto ist die Kellerei, die erst vor wenigen Jahren komplett neu erbaut wurde. „Wir produzieren hier Soave, keinen Barolo, modernste Technik ist elementar bei der Weißwein-Produktion, gerade in warmen Anbaugebieten wie Italien“ bedeutet uns Marta. Deshalb wir im Stammhaus nahe des malerischen Städtchens Soave auf Winzerromantik verzichtet, es geht hochmodern zu. Dennoch fühlt sich die Familie Magnabosco alter Winzertradition verpflichtet. Ein Soave soll nach Garganega (ein lokale Variante der Trebbiano-Traube) und nicht nach Sauvignon Blanc schmecken! Auch wollen die Magnaboscos auch nicht gänzlich auf den romantischen Aspekt verzichten: für diesen ist die Kellerei in der Valpolicella zuständig, wo die Familie auch einen mächtigen Amarone nebst Valpolicella Classico Superiore sowie Ripasso produziert. Obwohl das Valpolicella nur wenige Kilometer entfernt ist, sprechen die italienischen Weingesetze eine klare Sprache: DOC und DOCG Weine dürfen nur innerhalb der Gemarkungen des jeweiligen Anbaugebietes gekeltert und verarbeitet werden. Und Soave ist nun mal Soave und Valpolicella ist ebenen Valpolicella. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Ausserdem dürfen die meisten italienischen DOC und DOCG Weine nur mit dem guten alten Naturkorken verschlossen werden.
Ich sehe mir den Mercedes genauer an. Der mit hellbraunem Leder gepolsterte Innenraum offenbart, was einmal als ultimativer Luxus empfunden werden musste und heute noch überaus wertig, „handmade“ und unzerstörbar wirkt. Was ist der große Kasten unter der Armaturentafel? Klar – eine Klimaanlage! Und das Bakelit-Teil hier? Ein nachgerüstetes Autotelefon mit Wählscheibe! Vielleicht sind die italienischen Weingesetze etwas altmodisch, aber vielleicht ja zukünftige Weintrinker Generationen genau das zu schätzen wissen.