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Dirupi

Faso und Birba heissen eigentlich Davide Fasolini und Pierfrancesco di Franco. Zwischen Chiavenna und Sondrio nennt man sie halt Faso und Birba. Auch auf dem Etikett der Flaschen sind die beiden zu finden, auch wenn nur ganz klein und unauffällig: ein großer Dünner und ein kleiner Kräftiger. Faso ist der große Dünne. Ich weiß nicht, ob er mich an eine rötlich-blonde Version von Bob Marley oder doch doch eher an…ich komm nicht drauf erinnert. Faso ist jedenfalls für die Diplomatie verantwortlich. Denn Birba redet nicht viel. Faso kann das. Wir treffen ihn zum Mittagessen in einer Trattoria. Wir sind gerade 5 Stunden bei strömendem Regen über den Albulapass vom Bodensee ins Valtellina gefahren, die Laune ist schlecht und der Magen knurrt. Faso bestellt hervorragende, gemischte Antipasti, danach verabreicht er uns eine gesunde Portion Pizzoccheri, eine Spezialität aus dem Veltlin (Teigwaren aus Buchweizen- und Weizenmehl, die mit Wirsing und Kartoffeln sowie Käse vermischt werden). Die Pizzoccheri sind ausgezeichnet, der einzige Nachteil ist, dass man nach deren Verzehr ungefähr 24 Stunden lang keinen Hunger mehr hat.
Faso erzählt den Werdegang der beiden Freunde zu ihrem Erfolg. Na, wenn das mal keine gute Geschichte ist. Denn Faso und Birba wurde das Winzerdasein keineswegs in die Wiege gelegt, vielmehr übten sie solch spannende Berufe wie Sachbearbeiter und Bauzeichner aus. Beide waren jedoch schon in jungen Jahren Wein-verrückt und Faso stachelte Birba eines Tages mit den Worten an: Lass uns nochmal an die Uni gehen und Önologie studieren. Gesagt, getan. Den Unterhalt verdienten sich die Jungs als Barman. In der wenigen freien Zeit streifen sie durch die Weinberge und suchen nach Parzellen, die vermietet werden. Am Anfang nehmen sie alles. Eine Kellerei konnten sich die beiden natürlich nicht leisten, so wurde mal hier mal da bei Freunden oder wohlwollenden Winzern vinifiziert. Die Weine waren gut. Und wurden immer besser. Heute wählen die beiden Freunde nur noch die besten Lagen aus, die ihnen angeboten werden. Die Gemeinde hat ihnen einen schönen, alten Weinkeller vermietet, inzwischen gibt es eigene Technik und Fässer.
Faso und Birba haben es geschafft. Sie sind heute mit gerade mal Mitte 30 die erfolgreichsten Jungwinzer weit und breit. Die Weine sind großartig, wie fein geschliffene Diamanten, klar, mineralisch und elegant. Ich mache Birba ein Kompliment. Er brabbelt mürrisch etwas vor sich hin und verschwindet hinter einem Weinfass. Faso ist der Außenminister. Jetzt weiss ich es: er erinnert mich an eine an Frank Zappa und Catweazle!